Junge Generationen wollen gesehen und gehört werden, während Führungskräfte möchten, dass sie einfach nur arbeiten – und das mit mehr Leistungsbereitschaft. Wie lassen sich diese beiden Welten zusammenbringen? 

Wenn Augenhöhe plötzlich gefordert wird

Das gesamte Team zur Strategieklausur einladen? Die Geschäftszahlen neben die Kaffeemaschine hängen? Bei diesen Vorschlägen schlucken so manche bereits längergediente Führungskräfte. „Ich diskutiere unsere Strategie sicher nicht mit unserer jungen Sekretärin“, erklärte mir ein Geschäftsführer kürzlich. Wenn Augenhöhe in Unternehmen gefordert wird und Führungskräfte nicht bereit sind, diese zu gewähren, dann sind junge Generationen ganz schnell wieder weg. Problematisch? Ja, weil es Unternehmen nur mit gute Leuten in die Zukunft schaffen können. Und diese findet man – nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung – nicht wie Sand am Meer.  

Respekt will verdient werden

Den Vertretern meiner Generation oder auch jener meiner älteren Kollegen, den Babyboomern, wurde von Kindesbeinen an gelehrt, älteren oder hierarisch höhergestellten Personen Respekt zu zollen. Eine Widerrede war in diesem Gefüge zumeist unangebracht – man wusste, wann man zu schweigen hatte. Diese Grundsätze sind vielen Vertretern junger Generationen fremd. Von Kindesbeinen an bestärkt und gefördert, konfrontieren junge Generationen Führungskräfte mit Offenheit und Selbstbewusstsein. Sie wollen mitreden und ernst genommen werden. Hierarchische Unterschiede vernachlässigen sie konsequent – was zählt sind Inhalt und Ergebnis. Führungskräfte sind dadurch gefordert, sich Respekt über Know-how und Kompetenz zu erarbeiten. Anerkennung mit der hierarchischen Höherstellung im Paket zu bekommen, funktioniert bei jungen Generationen nicht mehr. 

Handbuch Generation Y und Z

Wie immer man die Einstellungen junger Generationen auch emotional bewerten mag, fest steht, dass sie Führungskräfte fordern. Diese Herausforderungen beginnen im direkten Miteinander und setzen sich in deren Anforderungen an die Arbeitssituation fort: während Vertreter der Generation Y zumeist sehr leistungsorientiert sind, wägen Z’ler das Verhältnis zwischen In- und Output von Karriereoptionen sehr genau ab. Differenziert zeigen sie sich auch im Punkto Arbeitszeit: Work-Life-Blend, als ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit, bevorzugen Ypsiloner. Die Vertreter der Generation Z fordern hingegen festgelegte Arbeitszeiten – flexible Arbeitszeiten oder Home Office stehen nicht mehr auf ihrer Prioritätenliste. Was jungen Generationen gemein haben, sind klare Vorstellungen, ein selbstbewusstes und zum Teil kompromissloses Auftreten und ihr Wunsch nach Sinnhaftigkeit. Sei es das Wissen, für eine nachhaltigere Gesellschaft oder bessere Umwelt arbeiten zu können oder die Tatsache, durch die Arbeit einen persönlichen Mehrwert in Form von Weiterentwicklung zu haben. 

Wie Führung aussehen kann

Eindimensional auf die Wünsche junger Generationen einzugehen, davon raten auch Experten ab. Gleichermaßen fatal wäre es, den Charakter junger Generationen zu negieren und Ihnen jegliche Bedürfnisse zu verwehren. Entscheidend im Umgang mit jungen Arbeitnehmern ist es, sich auf sie einzulassen. Ihnen vielmehr als Coach zur Verfügung zu stehen, als zu versuchen, sie mittels Command-and-Control zum Funktionieren zu bewegen oder sie durch falsch verstandene Selbstorganisation orientierungslos sich selbst zu überlassen. Junge Generationen brauchen Führung – in Form von klaren Zielen und Spielregeln und einem guten Dialog, der Reflexion und Weiterentwicklung möglich macht. 

WÜRZBURGER’S FAZIT 

„Erreichte Authentizität bedeutet erlebte Selbst-Kompetenz. Sie ist die Kompetenz, die von anderen wahrgenommen wird und ein in sich stimmiges Selbstbewusstsein ausstrahlt.“ Thomas Würzburger in Key Skills für die Generation Y

Junge Generationen sind anders. Für ein funktionierendes Miteinander muss dieses Bewusstsein in Führungskräften verankert werden. Dass es dabei nicht darum geht, auf alle Wünsche und Bedürfnisse junger Arbeitnehmer einzugehen, versteht sich von selbst. Wichtig ist die Bereitschaft von Führungskräften sich mit jungen Generationen und deren Bedürfnissen auseinanderzusetzen und verstehen zu lernen, was sie motiviert. Eine herausfordernde Aufgabe nicht nur für Führungskräfte, sondern auch für HR-Manager, die damit selbst in vielen Dingen zur Weiterentwicklung angehalten sind. Denn nur authentische Führungskräfte strahlen jene Kompetenz aus, die junge Generationen fordern. Wie Sie an Ihrer Authentizität arbeiten können, das lesen Sie in meinem Buch. 

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Thomas Würzburger zeigt in der „Agilitätsfalle“ auf, welche Fehlannahmen und Fallstricke der Agilitätsbewegung zugrunde liegen und beschreibt zugleich die unerfreulichen Konsequenzen für den Menschen, wenn man Agilität zu Ende denkt. Er erzählt dabei aus seinem Erfahrungsschatz und zeigt authentisch Parallelen zwischen erlebten Eruptionen und aktuellen Disruptionen in unserer Wirtschaft.

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Buchtipp:
KEY SKILLS FÜR DIE GENERATION Y

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Welche Key Skills für Erfüllung im Beruf notwendig sind, zeigt Thomas Würzburger in diesem Buch auf. Dafür lässt der Autor den Leser an seiner Lebenserfahrung teilhaben und Experten zu Wort kommen. Ausgewählte Ypsiloner erzählen was sie von ihrem Leben und von ihrer Arbeit erwarten. Erfahrene Personaler berichten wie sie den Wandel in der Arbeitswelt wahrnehmen und lassen den Leser wissen, worauf sie in Zukunft Wert legen werden.

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Bildungstipp:

"Weiterentwicklung ist für die Generation Y ein Leitmotiv! Mentoren sind ein Statussymbol! Unternehmen, die nicht darauf reagieren, lassen das Potential der Millennials ungenützt."

Thomas Würzburger im Manager Seminare Magazin zum Thema Coaching für die Generation Y.

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